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01 Autofahren mit Köpfchen
Umwelt und Geldbeutel schonen

Mobil sein kostet. Wie viel – das lässt sich beeinflussen: mag mobil zeigt, welches Verkehrsmittel für den persönlichen Mobilitätsbedarf das günstigste ist und wie viel ein eigenes Auto wirklich kostet. Außerdem in dieser Ausgabe: Wann sich ein Auto mit alternativem Antrieb tatsächlich lohnt und wie sie damit die Umwelt entlasten.

Öl-Additive – Zaubermittel to go?!

Additive werden wie Dopingmittel für das Auto angeboten. Noch schneller soll es werden; ungeahnte PS sollen herausgekitzelt werden; weniger Benzinverbrauch, mehr Leistung usw. Was Additive wirklich leisten und was es für Alternativen gibt.

Öl-Additive

Keine messbaren Effekte

Die verschiedenen Öl-Additive versprechen im Prinzip alle ähnliche Verbesserungen: Spritsparen und bessere Motorleistung. Deshalb hat der ADAC einmal einen solchen Motorölzusatz getestet und dabei festgestellt, dass es nach der Anwendung keine messbaren Veränderungen im Treibstoffverbrauch gegeben hat. Bei genauerer Betrachtung der prognostizierten Wirkungsweise zahlreicher Additive kein Wunder, da teilweise grundlegende physikalische Gesetzmäßigkeiten nicht berücksichtigt werden. Die vorgelegten „Zertifikate“ stammen häufig von unbekannten Institutionen aus dem Ausland oder von Einrichtungen, gerne mit dem Zusatz „staatlich“, die für das Thema Fahrzeugmotoren nicht unmittelbar zuständig sind. Aussagekräftige Nachweise unter normierten EU-Bedingungen erbracht, fehlen meist.

Positive Erfahrungen in der Praxis

Dagegen haben die Stadtwerke Ulm durchaus positive Erfahrungen in der Verwendung von Motoröl-Additiven gemacht. Sie ließen ihre Busflotte 440.000 Testkilometer über Stadt und Land absolvieren und nach Auswertung der Ergebnisse ließ sich in der Tat eine Verbrauchseinsparung von 3,2 Prozent feststellen. Zusätzlich sanken die Ausgaben für Betriebskosten und die Reparaturanfälligkeit der Motoren verringerte sich ebenfalls.

Additive im Diesel

Wenn der Winter richtig kalt ist, mit Nachttemperaturen von unter minus 20 Grad, dann macht der sog. Winterdiesel Sinn. Darin sind Additive enthalten, die ein Ausflocken verhindern und den Motor am morgen problemlos starten lassen.

Vorsicht vor Motorbeschichtungen

Ganz anders als Öl-Additive wirken sog. Motorbeschichtungen. Das sind Liquide, die nicht nur im Motoröl herumschwimmen, sondern sich aktiv um alle erreichbaren Metalloberflächen im Inneren des Motors legen. Die Wirksubstanzen basieren meist auf Teflon-ähnlichen Verbindungen. Allerdings lehnen sämtlliche Fahrzeughersteller Motorbeschichtungen und Ölzusätze strikt ab. Was die Fahrzeuggarantie bzw. Sachmängelhaftung betrifft, so erlischt diese durch die Verwendung von Zusatzmitteln zwar nicht automatisch, tritt jedoch ein Schaden ein, der in ursächlichem Zusammenhang mit der Verwendung eines solchen Mittels steht, übernimmt der Automobilhersteller hierfür keinerlei Haftung.

Leichtlauföle bringen mehr

Moderne Leichtlauföle, sog. 0W-Öle, können dagegen eine Spritersparnis von circa 5 Prozent erbringen. Dabei handelt es sich um spezielle Öle mit sehr hoher Viskosität und geringem Verdampfungsgrad, die die Reibung im Motor minimieren. Nach Untersuchungen des ADAC sind damit im Kurzstreckenverkehr Einsparungen von bis zu 6 Prozent und bei schnellerer Gangart immerhin noch bis zu 2 Prozent möglich. Verschleiß- oder Feinstaubwerte wurden dabei allerdings nicht gemessen.

Spritsparendes Fahren

Zum Kraftstoffsparen eignen sich nach Meinung von Experten eher Maßnahmen von Seiten des Fahrers wie ein spezielle Spritspar-Training, mit dem man aufgrund entsprechender Fahrweise bis zu 20 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht. Oft vernachlässigt wird auch die korrekte Motoreinstellung der Zünd- und Einspritzsysteme, die in regelmäßigen Abständen vollzogen werden sollte.

30 % mit zu wenig Öl unterwegs

Zu guter Letzt folgt noch der einfache Rat, alle vier Wochen den Ölstand zu kontrollieren. Denn die Auswertungen zahlreicher Fahrzeugschäden belegten, dass ein Drittel aller Pkw auf deutschen Straßen einfach mit zu wenig Öl unterwegs ist.

Text: Stefan Benaburger



 

 

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