Sprungmarken:
03 Motorradwelten
Faszination auf zwei Rädern

Motorräder faszinieren! Die Welt auf zwei Rädern erleben – unmittelbar, dynamisch und frei! mag-mobil präsentiert eine bunte Vielfalt an Biker-Themen: die Newcomer für 2011, stramme E-Bikes, Motorrad-Fashion, Dragster-Bikes aus USA, neuen Fahrspaß mit Trikes u. v. m.

Motorcycle-Jackets: Barbour vs. Belstaff

Barbour und Belstaff gelten bei Bikern als Urgesteine – vergleichbar mit BMW und Harley Davidson. Mit heute legendären Jacken wurden die ersten Motorradrennen gewonnen und die längsten Touren absolviert. Mittlerweile tendieren zwar beide Hersteller in Richtung Lifestyle, doch mag-mobil zeigt Dir, woher Bellstaff und Barbour kommen und was sie wirklich auf dem Kasten haben.

barbour historic
Kradmelder der British Army
(c) Barbour

Beliebt bei den Fischern

Die Barbour-Geschichte begann bereits 1894 als Barbour im Hafen von South Shields Regenumhänge und Mützen für all die Fischer und Hafenarbeiter anfertigte, die bei jedem Wind und Wetter arbeiten mussten. Die Qualität und Zuverlässigkeit der robusten Arbeitskleidung machte Barbour zur beliebten Schutzkleidung für alles, was draußen stattfand. So schneiderte man 1908 schon mal einen Ölanzug für Motorradfahrer, der undurchlässig für Wind und Nässe war. Und mit Beginn des ersten Weltkriegs stattete Barbour bereits alle Kradmelder der British Army mit schneesturmfesten Jacken und Overalls aus.

barbour jacket bild
Zuverlässig bei extremer Beanspruchung
(c) Barbour

Von der Army ins Zivilleben

Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs fertigte Barbour 1938 den ersten einteiligen Motorradanzug aus dunkelgrünem Wachstuch – den „International Suit“. Er wird später als zweiteiliger Anzug zur Standardausstattung für britische U-Bootfahrer.
Aufgrund vieler, erfolgreicher Bewährungsproben im militärischen Einsatz wurde die International nach dem Krieg zunehmend auch als Motorradjacke bei Zivilisten populär. Die Jacke galt als außerordentlich alltagstauglich und erhielt noch ihre charakteristische, schräge Tasche auf der linken Brustseite – für einen schnellen Zugriff des Fahrers auf Karten und Dokumente.

barbour black
Mit der Barbour International kam der Durchbruch
(c) Barbour

Barbour International Black

Der entscheidende Durchbruch für Barbour war, als die International 1953 zur offiziellen Uniform des Vincent Owners Club wurde. Aus diesem Anlass erhielt die Motorradjacke schließlich auch eine neue Farbe – Schwarz, die Vereinsfarbe.

Das Material "heavyweight Wax-Cotton" mit Baumwoll-Futter machte die International zur idealen "Schlecht-Wetter-Jacke" bei Motorradfahrern.
Die International hatte einen ausreichend hohen Kragen mit regulierbarer Schließe, Armabschlüsse mit Riemen, die die Jacken winddicht machten und große Blasebalgtaschen mit Druckknöpfen, in die viel reinpasste und die trotzdem sicher war.

barbour mc queen
Steve McQueen: Nur mit meiner Barbour!

Steve Mc Queen

Die Firma Vincent war zu dieser Zeit der Hersteller des weltschnellsten Motorrads. Die Verwendung in der Motorrad-Rennserie „International Six Day Trials“ führte den Siegeszug für Barbour weiter – kaum ein Teilnehmer ging ohne die International an den Start. Dabei machte sogar Steve McQueen auf dem Weg zu einem Motorradrennen in Deutschland mit seiner Metisse Desert Racer extra in England Station, um sich mit einer original Barbour-International-Jacke einzudecken.

barbour bomber suit
Kein Schwarz in den 70ern!
(c) Barbour

POP

1978 hielt die Moderne bei Barbour Einzug: Einteilige Bomber-Motorradanzüge wurden in markantem Rot und poppigem Blau hergestellt und von der Kundschaft begeistert getragen.
Daher legte Barbour die International aktuell noch einmal neu in der Brights-Kollektion auf: Motorradjacken aus Nylon im farbenfrohen Retro-Look.

 

Die Achtziger – Sloane Rangers

Barbour-Jacken in den Achtzigern hatten dann so gar nichts mit Motorradfahren zu tun. Berühmt war damals vor allem die Sloane-Ranger-Jacke, die von Lady Diana so gerne getragen wurde. Hunderte von Bildern zeigen sie in ihrer grünen Barbour-Sloane-Ranger bei allen möglichen Wohltätigkeitsveranstaltungen.
Barbour galt in den Achtzigern als die Outdoor-Uniform wohlhabender, jedoch spießiger, Menschen und solchen, die es werden wollten.


Die 2000er
Erst in den 2000ern änderte Barbour wieder ihr Image durch Kate Middleton, der späteren Frau von Prinz William, die sich gerne mit der Barbour-Defence-Jacke in der Öffentlichkeit zeigte.

bond-barbour-beacon-heritage-sports-jacket bild
Barbour - cool again! / (C) Barbour

Bond und Barbour
Und wieder war es mit James Bond eine englische Ikone, die Barbour wieder neu in den Fokus der Öffentlichkeit brachte. Denn die Produzenten des aktuellen Bond-Films „Skyfall“ hielten die Beacon Heritage Sports Jacket für das ideale Outfit für Bond-Darsteller Craig und bestellten davon gleich zwei Dutzend für die Filmproduktion.


Barbour heute

Obwohl aus der kleinen Manufaktur für Regenbekleidung mittlerweile ein internationaler Bekleidungskonzern wurde, ist man in der Firmenzentrale immer noch stolz auf seine Wurzeln. Das zeigt sich nicht zuletzt in der ausführlichen Beschreibung über die verschiedenen Arten des richtigen Wachsens auf der Barbour-Webseite.

Artikel: Stefan Benaburger

mag-mobil - Dein automobiles Online-Magazin. So sieht die Welt von Auto, Motorrad & Co heute und morgen aus.