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02 Auto und Psyche
Alles Kopfsache!

Autofahren ist mehr als nur Transport und Fortbewegung. Autofahren ist ein Spiegel der Gesellschaft. Emotionen und Kommunikation spielen hier eine ebenso wichtige Rolle wie Informationsverarbeitung und aufeinander abgestimmtes Verhalten.

Gebrauchtwagen-Betrug im Internet

Wer sein Auto auf einem der vielen Gebrauchtwagenportale im Internet verkaufen will, sollte keine Fotos einstellen, auf denen das Kfz-Kennzeichen lesbar ist. Viele Betrüger warten nur darauf …

cybercrime bild
Wer sensible Daten unvorsichtig ins Internet
stellt, lebt gefährlich!

Keine Infos am Telefon

Bequem sind die Autoportale im Internet ja schon. Schnell ein paar Fotos von seiner gebrauchten Mühle geschossen, ein paar Angaben dazu geschrieben und ab auf das Portal und auf die ersten interessierten Käufer gewartet.
Doch seit einiger Zeit grassiert eine raffinierte Betrugsmasche im Internet. Dabei wundern sich viele Portal-Kunden zuerst über einige Anrufer, die zwar kein dringendes Kaufinteresse an ihren Gebrauchtwagen hatten, stattdessen aber auffallend viele Informationen rund um Auto und Fahrzeughalter wollten. Nach ein paar Wochen erhalten die Verkäufer dann Post von ihrer Versicherung über Reparaturen für Unfälle und Schäden, die sie nie begangen haben.

auto ohne kennzeichen bild
Kennzeichen im Internet immer unkenntlich machen!

Die Masche

Der Trick der Betrüger läuft so: Sie suchen auf Gebrauchtwagenportalen, wie mobile.de oder autoscout24.de, gezielt nach Fotos von Autos, bei denen die Nummernschilder nicht verfremdet wurden, sondern gut lesbar sind. Daraufhin rufen sie bei den Anbietern an, geben sich als Interessen aus und versuchen den meist arglosen Verkäufern beiläufig wichtige Informationen zu entlocken, wie beispielsweise über die Versicherung und die genaue Anschrift des Verkäufers. Mit diesen Taten haben die Betrüger, in Verbindung mit dem Autokennzeichen, alle relevanten Daten, die für einen Versicherungsbetrug nötig sind.
Daraufhin fertigen die Betrüger Rechnungsformulare von fingierten Autowerkstätten mit frei erfundenen Schäden an, meist handelt es sich um Glasbruchschäden, und Reparaturkosten, die schlüssig sind, zum Autotyp passen und zumindest einer oberflächlichen Überprüfung standhalten. Die Daten, die sie sich vom Verkäufer besorgt hatten, tragen sie in die Rechnung ein und schicken diese Fake-Rechnung, zusammen mit einer ebenfalls fingierten Abtretungserklärung, an die Versicherung ein, deren Namen ja vom Verkäufer bereits preis gegeben wurde. Die Versicherung begleicht den Schaden und überweist das Geld an die „Werkstatt“, also direkt an die Betrüger. Eine Abschrift dieses Vorgangs bekommt der ahnungslose Fahrzeughalter zugeschickt, der dann aus allen Wolken fällt.

Versicherungsdaten für jeden!

Wer ein berechtiges Interesse angibt, kann sich auch vom GDV, dem Serviceportal der Versicherer, die Kfz-Haftptpflichtversicherung eines gegenerischen Autos mühelos ermitteln lassen. Ein weiterer Grund also, das Kennzeichen zu verpixeln und am Telefon keine Angaben zu Anschrift und Adresse zu machen und sich auf Gebrauchtwagenportalen niemals mit dem richtigen Namen anmelden, sondern immer unter einem Pseudonym.
Zudem sollte man stutzig werden, wenn ein angeblicher Kaufinteressent am Telefon und noch vor der Besichtigung bereits den Namen der Kfz-Versicherung erfahren will. Diese Information erfolgt normalerweise erst nach erfolgtem Verkauf.

Fazit: Den Schaden haben zwar in erster Linie die Versicherungsunternehmen, doch diese legen die zusätzlichen Kosten meist im nächsten Jahr bereits wieder auf ihre Versicherungsnehmer in Form von höheren Versicherungsbeiträgen um.

Artikel: Stefan Benaburger

Quelle: www.markt.wdr.de

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