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02 Auto und Psyche
Alles Kopfsache!

Autofahren ist mehr als nur Transport und Fortbewegung. Autofahren ist ein Spiegel der Gesellschaft. Emotionen und Kommunikation spielen hier eine ebenso wichtige Rolle wie Informationsverarbeitung und aufeinander abgestimmtes Verhalten.

Kopf an – Motor aus!

»Kopf an – Motor aus!«, lautete das Motto einer großangelegten Kampagne in fünf Städten. Das Ziel war es, CO2 einzusparen, indem man die Bevölkerung dazu bringt, kurze Strecken per Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen. Der Erfolg gab der Kampagne recht!

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Kopf an - Motor aus-Kampagne in Berlin.
(C) fairkehr/Rolf Zoellner

Vom Gaspedal zum Radpedal

Es muss nicht immer am großen Rad gedreht werden, um das Klima zu schützen. Auch jenseits der allmächtigen EU-Bürokratie ist genügend Spielraum für erfolgreiche, umweltpolitische Maßnahmen vorhanden, wie die Informations- und Image-Kampagne „Kopf an – Motor aus.“ Bewiesen hat.
Ziel dieser umweltpädagogischen Kampagne war es, durch eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens die Umwelt zu entlasten. Konkret gesagt, sollte der Kurzstreckenverkehr vom Auto auf das Fahrrad oder auf die Füße verlagert werden. Was viele nämlich gar nicht wissen: In Deutschland werden fast ein Viertel aller Wege im Entfernungsbereich bis 1 km – einer typischen Fußgängerdistanz – mit dem Auto zurückgelegt. Ebenso zwei Drittel aller Wege im Entfernungsbereich von 2 bis 5 km, was einer typischen Radfahrerdistanz entspricht.

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Auch in Karlsruhe war die Kampagne erfolgreich.
(C) Stadt Karlsruhe

10 Mio. Tonnen CO2 weniger

Eine CO2-Reduktion auf Kurzstrecken birgt enorme Einsparpotentiale, derer sich viele Städte und Kommunen noch gar nicht bewusst sind. Denn noch immer beträgt die durchschnittliche CO2-Emission eines Pkw rund 150 g klimaschädigendes Kohlendioxid pro Kilometer. Wenn nur die Hälfte aller Kurzstreckenfahrten unter 5 km mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt würde, ließen sich rund 10 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Konkrete Änderungen bei 26 Prozent

An der Kampagne „Kopf an – Motor aus!“ beteiligten sich die Pilotstädte Bamberg, Berlin, Braunschweig, Dortmund, Freiburg, Halle an der Saale, Karlsruhe und Kiel. Trotz unterschiedlicher Gegebenheiten, hat sich gezeigt, dass die Kampagne überall eine große Wirkung entfalten konnte.

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Viele Karlsruher verzichteten nach der Kampagne bei
Kurzstrecken auf ihr Auto! (C) Stadt Karlsruhe

Über die Hälfte aller Befragten gab bei einer Befragung an, von der Kampagne positiv beeinflusst worden zu sein. Zwei Drittel fühlten sich in ihrem Verhalten positiv bestärkt, da sie schon vor der Kampagne häufig zu Fuß gingen oder das Fahrrad benutzten. Zwölf Prozent der Befragten gaben an, jetzt tatsächlich kürzere Strecken zu Fuß zu gehen und 15 Prozent benutzen aufgrund der Kampagne nun häufiger das Rad. Da Personen teilweise sowohl mehr Aktivität mit dem Rad als auch zu Fuß zeigten, ergibt sich somit, dass 26 Prozent der Befragten ihr Mobilitätsverhalten konkret geändert haben.

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An Bussen erreichte die Kampagne besonders viele
Menschen! (C) fairkehr / Rolf Zöllner

Fazit für die Zukunft

Die Kampagne „Kopf an – Motor aus“ hat umgerechnet 13.650 t CO2 eingespart! Ein beeindruckendes Ergebnis, dass vor allem den Bürgermeistern und Stadtkämmerern zeigen soll, dass es nicht nur damit getan ist, den Bürgern infrastrukturelle Maßnahmen, wie beispielsweise neue Rad- und Fußwege, einfach vorzusetzen, sondern dass auch etwas Geld für kommunikative Maßnahmen in die Hand genommen werden muss.
Aufgrund des Erfolges und der positiven Resonanz hat Karlsruhe in 2011 die Kampagne mit eigenen Mitteln fortgeführt. Auch Kiel behält den Fokus auf den Umweltschutz bei und hat im Jahr 2011 eine Kopf-an-Reminder-Kampagne von der Agentur fairkehr umsetzen lassen.

Ihr individueller CO2-Rechner

Dieser CO2-Rechner zeigt Ihnen, wie viel Geld sparen können, wenn Sie mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind und nicht mit dem Auto fahren.

Die »Kurzstreckeckenfahrschule«

Eine kurze Anleitung für Mobilität ohne CO2. Sie können Sie hier als PDF herunterladen, lesen und schon gleich bei der nächsten Fahrt nutzen!
Download "Kurzstreckenfahrschule" ( PDF, 623 KB)

Artikel: Stefan Benaburger



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