Sprungmarken:
05 Autokauf
Neu & Gebraucht

Tipps und Tricks zum Autokauf, Mängelzwerge, Mängelriesen, Topseller, Auto-Legenden, Oldtimer, Youngtimer und viele Tipps!

Oldtimer – schnell gekauft, oft bereut!

Oldtimer & Youngtimer sind als Wertanlage gerade total in. 50-prozentige Renditechancen für gefragte Modelle. Doch wer nur nach dem Gefühl kauft, kommt nicht über die Flitterwochen.

Alte Oldtimer-Hasen wissen ein Lied von ihren ersten Oldtimer-Käufen zu erzählen. Fast jeder musste Lehrgeld zahlen, wenn sich die Liebe auf den ersten Blick als Sanierungsfall herausstellte und einen beträchtlichen Teil des Monatseinkommens verschlang.

mgb roadster bild

MGB-Roadster, Bj. 1969
Sehr beliebt, doch im Unterhalt sehr aufwändig! / wikipedia.org/Bull-Doser



Profi-Verkäufer wissen worauf's ankommt

Meistens fällt man auf erfahrene Verkäufer herein, die wissen, was der Neuling hören will: Lack neu, Verdeck neu – und eigentlich fast jede Schraube neu. Ordnerweise werden Rechnungen und Belege präsentiert. Aus Alibigründen legt man sich irgendwann selbst mal unter den Wagen, rüttelt hier ein bisschen und klopft dort fachmännisch herum. Als Höhepunkt folgt eine vorsichtige Probefahrt auf der Landstraße und am Ende ist das gute Stück gekauft.
Die Ernüchterung erfolgt meist im Alltag. Schnell folgt eine Reparatur der nächsten. Verschleißteile machen ihrem Namen alle Ehre. Und auf einmal hat man mehr Werkstatt- als Zahnarzttermine.

Wichtige Tipps für Oldtimer-Neulinge:

  • Sachverständigen zu Rate hinzuziehen
  • In Kontakt mit den Markenklubs treten
  • Oldtimer vor dem Kauf immer auf die Hebebühne
  • Keine Probefahrt unter 100 Kilometer!
  • Bei Reparaturen gilt: Schrauben ist besser als Schweißen!
jaguar xjs bild

Jaguar XJS, Bj. 1981
Bei Oldtimer-Experten gefürchtet. Da Reparaturen und Verschleiß enorm ins Geld gehen. / wikipedia.org/ Fred_Stricker

Experten-Rat

Wenn ein bestimmtes Modell feststeht ist das schon einmal gut, sagen die Experten der ADAC-Oldtimer-Abteilung, doch deshalb muss man nicht gleich das erstbeste Exemplar kaufen.
Erst einmal sollte eine seriöse Informationsbeschaffung erfolgen. Der beste Weg ist, sich einen Oldtimer-Club zu suchen, der für das ausgesuchte Modell oder für die betreffende Automarke zuständig ist. Daraufhin sollte man den geeigneten Typreferenten kontaktieren und ihm sein Anliegen vortragen.
Diese Informationen sind in der Regel qualitativ wertvoller, als halbgare Infos aus dubiosen Blogs und Foren.

Oldtimer-Kauf: Wichtige Fragen

Im Gespräch mit Fachleuten und Experten sollte man folgende Frage beantwortet wissen:
1. Oldtimer-Ersatzteile
Wie sieht es mit der Ersatzteilversorgung aus? Zwar bieten einige Hersteller einen Extra-Service für Oldtimer- und Youngtimer-Freunde an. Doch die Versorgung schwankt von Marke zu Marke sehr stark. Vor allem die Italiener setzen oft mehr auf Improvisationstalent als auf Original-Ersatzteile.
Doch auch deutsche Modelle können von Ersatzteil-Skorbut befallen sein, weiß man beim Oldtimer-Bewertungsportal Classic Data. http://www.classic-data.de/ Für einen Allerwelts-Oldtimer wie beispielsweise den Opel C Rekord, gibt es schon kaum noch Original-Teile. Nur wenige wissen das …

2. Oldtimer-Wartung
Ein gerne unterschätzter, weiterer Kostenfaktor sind die Wartungskosten. Die haben eine ganz andere Dimension als bei einem normalen Pkw. Dabei gibt es unter den diversen Oldtimern große Unterschiede. Wenn man als Einstiegsoldtimer unbedingt einen Porsche oder einen exotischen Sportwagen haben will, muss man sich darüber im Klaren sein, dass dessen Unterhalt richtig ins Geld gehen wird.

opel rekord c coupe bild

Opel Rekord C Coupé
Deutsches Fabrikat, doch kaum noch Original-Ersatzteile vorhanden! wikipedia.org/ONordsieck

3. Oldtimer-Alternativen
Daher schließt sich hier schnell die Frage an, ob man sich auch Alternativmodelle vorstellen könnte. Beispiel: Der beliebte Strich-Achter von Mercedes kostet in gutem Zustand schon ab 10.000 Euro aufwärts. Als Alternative wäre ein Volvo 140 denkbar. Im Top-Zustand laut Classic-Data schon für gute 6.000 Euro zu haben – Wertsteigerung sehr wahrscheinlich.

4. Folgekosten Oldtimer
Man darf niemals sein ganzes Erspartes alleine für den Kaufpreise des Oldtimers verwenden. Denn schneller als man den Zündschlüssel rumdrehen kann, werden Reparaturen fällig und die Verschleißteile melden sich reihenweise krank. Für das zukünftige Oldtimer-Vergnügen ist es daher unabdingbar, über ein finanzielles Polster für die unvermeidlich auftretenden Folgekosten zu verfügen. Wer alleine aufgrund des Kaufpreises schon im roten Bereich ist, sollte sich noch einmal über alternative Modelle Gedanken machen.

mercedes w115 bild

Mercedes-Benz W 115, Bj. 1968
Oft sind Alternativen zu gefragten Modellen, die bessere Option! / wikimedia-cc-commons
 



5. Oldtimer-Probefahrt machen
Auch wenn es ein teures und aufwändig restauriertes Exemplar ist. Machen Sie eine ordentliche Probefahrt! Dabei gilt die goldene Probefahrt-Regel: Keine Probefahrt unter 100 Kilometer! Autobahn, Landstraße, Kopfsteinpflaster – die ganze Palette. Nehmen Sie noch eine zweite Person mit, die die Augen und Ohren während der Testfahrt aufhalten kann und nicht durch das Fahren abgelenkt wird. Viele Oldtimer-Käufer haben sich schon über hohe Folgekosten geärgert, die man hätte vermeiden können, wenn man ordentliche Probefahrten absolviert hätte.

Youngtimer statt Oldtimer

Wer nur eine handelsübliche Portokasse besitzt und nicht auf Biegen und Brechen ein H-Kennzeichen spazieren fahren will, sollte sich bei den Youngtimern umsehen. Vor allem Autos, die kurz vor dem 30. Lebensjahr stehen, sind oft erstaunlich günstig zu erwerben. Manche Modelle von BMW, Ford oder Renault kurven noch unterhalb des Radars der Oldtimer-Szene herum. Wer hier eine gute Nase hat, kann für seinen jungen Alten in ein paar Jahren ein H-Kennzeichen erwerben und interessiert die jährliche Wertsteigerung bei seinem Oldtimer abwarten.

Artikel: Stefan Benaburger



mag-mobil - Dein automobiles Online-Magazin. So sieht die Welt von Auto, Motorrad & Co heute und morgen aus.